Wir hatten noch einige Zeit mit dem Regen zu kaempfen, das Thermometer fiel zeitweise auf 15C. Immerhin, der Worst-Case trat nicht ein: Regen beim Aufbruch am Morgen. Regen fiel bis 6h dann konnten wir noch die Baeume abtropfen hoeren und uns schliesslich aus dem Zelt schaelen moeglichst ohne das Kondenswasser an der Innenseite zu streifen. Juri machte der Regen nix aus, da die echten Motorradfahrer doch auch im Regen fahren und er in seiner Regenkleidung zudem noch wie ein Feuerwehrmann aussieht. Lenya hat’s im Anhaenger sowieso am besten.
Als der Wind uns dann kraeftig ins Gesicht blies wussten wir, dass wir richtig, naemlich gen Westen, fuhren. Der Jura ist fantastisch, eine endlos riesige Naturlandschaft, aus der hohe Felsabbrueche aus den dichten Waeldern ragen.
Reisende treffen wir immer an Supermaerkten. So trafen wir Michel der zu Fuss unterwegs nach Afrika ist, denn er mag Afrika: www.rouletabosse.com
Zehn Kilo traegt er am Ruecken, die er mal gehend, mal laufend um die 40km am Tag weiterbringt. In Afrika steht sein Rad mit dem er dann mal wieder um die Welt faehrt, so einfach ist das. Er war es auch der den Grund fuer die Kaelte kannte: Wir waren in Mouthe - franz. Sibirien, kaeltester Ort Frankreichs - angekomen.
Wir kamen rasend schnell voran, fast zu schade in diesem abwechslungsreichen von Bergen, Seen, Waeldern und Fluessen gesaeumten Tal. Eine kraeftige Abbuchung vom Hoehenkonto trug uns fast 60km weit.
Mittlerweile hat sich die Routine eingestellt, Urlaub hat dann begonnen, wenn er Alltag geworden ist: 7:20 Aufstehen, Fruehstuecken, Zusammenraeumen, Einpacken, Verstauen, Anziehen, Zeltabbauen, Losfahren. Natuerlich haben im Gegensatz zu anderen Gewichtsfetischisten Unmassen an Gepaeck. Vieles davon ist dafuer annehmlich oder gar Luxus: die Pocketshower beschert uns an jedem hohen Ast eine kuehle Waschgelegenheit, Lego ist Juris Freizeitbeschaeftigung, seine Schaufel auch, dann Bilderbuecher und Stofftiere. Die Kroenung ist unsere Soundbeschallung im Anhaenger, die Juri bei langen Regenfahrten ueber neuste Geschichten aus der Welt des Bobs des Baumeisters auf dem Laufenden haelt, Angela liebt ihr Elsa-Kissen und ich hab mir den Kamerakoloss gegoennt. Eher laestig ist dagegen, dass jedes Handy, Kamera, Bildspeicher etc. sein eigenes Ladegeraet bevorzugt.
Was von Aussen betrachtet als Unordnung oder gar als Chaos erscheinen mag, darueber hat sich in Wahrheit ein perfider Index gelegt, der saemtlichen Dingen genauestens den Platz zuordnet, der sich ueber die Zeit als am guenstigen erwiesen hat: in der blauen Tuete, himmelblau der Morgen, befindet sich das Fruehstueck hinten im Anhaenger links, daneben das Abendessen, drueber unsere Kleiderbeutel, unter Juris Sitz seiner, unter Lenya Windeln, Milch, Landkarten, dann Tagessnacks, Waschzeug, Werkzeug usw. alles in Leinenbeuteln, deren unterschiedliche Werbeaudrucke, den Inhalt erahnen lassen. Und das alles will jeden Morgen genauso verstaut werden, damit nix verloren geht und unterwegs und abends wieder so gefunden wird. Dann abends alles rueckwaerts plus die Sachen alle regensicher verstaut, denn traue keinem blauen Abendhimmel.
Dann kam heute wieder die Hitze, auf einen Schlag waren es wieder 30C. Ueber einige kuerzere Anstiege schraubten wir uns aus dem Jura, umso laenger gings dann aber auch bergab. Am schnellsten kamen wir heute voran als Juri und Lenya im Anhaenger schliefen, und das auch noch beim Anstieg nachdem Mittagessen. Mir ronn der Schweiss, der Schatten lag unerreichbar nahe auf der Gegenspur. Es war anstrengend, die Last war schwer, aber schlief beruhigt.
Wie wird Angela dagegen oft unterhalten: was die Polizei sagen wuerde, wenn sie wueste, dass Juri mit dem Fuss auf der Strasse schleift. Sie muss argumentieren, dass wir doch weiterfahren muessen um ans Meer zu gelangen, worauf Juri fragte: “warum, hat sonst das Meer wohl schon zu?”. Und ob sich der Elgar freute, dass er jetzt vom Papa seine Ruhe haette. Und ob die Lisa auch nicht den Fuss schleifen lassen duerfte, und ob es die Motorradfahrer gern laut haetten, und ob es Ko-Piloten mit Schnurbart gaebe - und das alles mehrfach zur Pruefung der Antworten zwischen Ein- und Ausatmen, Respekt Angela!!!
Und dann drehten sich Angela heute um und Juri war von seinem Fahrad verschwunden! Eben noch die letzte Frage im Ohr, dann auf einmal weg! Angela schrie auf, drehte um, raste zurueck, ich mit dem Gespann langsamer hinterher. Ein Auto stoppte, der Fahrer schickte Angela zur naechsten Kreuzung, es war viel Verkehr, viel Lastwagen, es wird doch nicht…doch dann sahen wir Juri weinen in den schuetzenden Haenden einer Barbesitzerin, die Schreckensminuten fuer uns alle vorueber: er war bei einer kurzen Kartenpause einfach abgestiegen, weil er einen Kaefer auf einem Stein gefunden hat, und wir hatten bei dem Laerm nichts gehoert. Damit war klar: wir umfahren die Stadt Bourg-en-Bresse und nehmen lieber den Landweg. So dass der Tag auf einer gemaehten heuduftenden Wiese doch noch ein berhuigendes Ende fand.
Der Juraschreck
Juli 10th, 2008 · No Comments
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Nach Frankreich geschwemmt
Juli 7th, 2008 · No Comments
Wir fuhren, ja rasten fast, mit bester Laune an der Aare entlang, legten eine Rast am mittelaterlichen Staedtchen Bueren ein und genossen eine gute Zeit in einer Badi in Biel. Der Uferweg am Bielersee bietet eine schoene Abwechslung zwischen Dschungelfahrt und Dorfdurchquerungen. Die Dauercamper haben die Campingplaetze regelrecht zugeschlichtet, nur durch Stapeln liesse sich die Dichte noch erhoehen. Da ziehen wir doch ein wildes Lager lieber vor. Die Suche ist diesmal nicht einfach, da entweder das Ufer bebaut bist oder Naturschutzgebietsschilder Zelten mit 500CHF bedrohen - was fuer ein Hohn angesichts der zahllosen Ferienhaeusern im Schilf mit Privatzufahrten…
Wir wechseln zum Neuenburger See, verirren uns in einer Strafanstalt, koennen aber noch rechtzeitig nach Yverdon entfliehen. Die Fahrt am Uferweg geht durch dichten Regenwald und bald setzt auch schon der Neuenburger Monsun ein. Es ist grotesk, aber gerade jetzt fordert Juri einen Halt am Spielplatz und laesst sich vom Schaukeln nicht abbringen. Er geniest es sichtlich wie ihm die Regentropfen ins Gesicht schiessen. Der Regen wird staerker, unheimlich stark. Lenya schreit, Juri will nun auch in den Anhaenger, Lenya schreit, Juri schreit, der Regen faellt in den offenen Anhaenger hinein, schnell muessen wir alles gut verstauen, um unseren beiden All-Inclusive-Passagieren eine angenehme Weiterreise garantieren zu koennen. Freilich fahren wir nun auch noch auf Schotter, den unseren Reifen Schaufelradbaggern gleich uns um die Ohren schleudern. Radfahren bei Sonnenschein kann jeder. Wir rasen voran, gruessen Kollegen im Gegenverkehr, ueberholen ein Paerchen, das hilflos unter einem Baum Schutz sucht.
Wir leiden weiter, Lenya leidet anscheinend noch mehr, mokiert sich ueber all die Sachen, die sich in der Eile chaotisch um sie gescharrt haben. Da - ein Hafenrestaurant, wie geschaffen fuer uns: der grossen ueberdachten Terasse bietet unser gesprenkelter Konvoi keinen schoenen Anblick, dafuer ist nun Zeit zum Abtropfen. So kommen wir zu saftigen Steaks waehrend sich weiterhin verschiedene Wolken ausschuetten.
Schliesslich nutzen wir nach bald 3h Rast, die wie im Flug vergingen, die Gunst der Stunde und werden nach Yverdon ins Gite Du Passant geschwemmt.
Es gibt viel zu tun: Auspacken, Duschen, Waesche waschen, Lego Spielen, Trocknen, Akkus Laden, Kochen. Ein wunderbarer Ort, Waschmaschine und Trockner schlucken unsere Kleidung und spucken sie sauber wieder aus. Wieder vergeht die Zeit, wir sind so mit dem elementaren Leben beschaeftigt, das der Stadtbummel ohne Kummer ausfaellt.
Naechsten Tags klart der Himmel etwas auf, kraeftiger Westwind blaest weiterhin Wolkenfelder ueber den Jura, nur kurzzeitig spitzt die Sonne durch. Mir verdrehts den Orientierungssinn, der Kompass klemmt, nur muehsam finden wir aus Yverdon hinaus. Ich nehme es persoenlich und bin fuer kurze Zeit unausstehlich.
Wir kommen nach Orbe und decken uns im Nestlefabrikverkauf ein, unglaublich die ganze Nahrungswelt ist Nestle. Nach einer schoenen, aber windigen Zeit auf der Burg - Juri faellt noch von der Schaukel, er liess los und wollte was zeigen, aber mit Helm - geht uns nun hinauf. Wir nutzen die kleinsten Kettenblaetter waehrend Juri und Lenya hinter mir schlumernd die Deichsel zum quietschen bringen. Lenya wird wach, wir verschnaufen und werden bei einem Schullandheim mit einem grossen Humpen Sirup und Keksen ueberrascht.
Nun ist es nur noch ein kurzes Stueck. Hoechst illegal - wenigstens schildert es uns das eine Dorfbewohnerin so, als ich nach dem Weg frage -ueberschreiten wir zwischen Wald und Wiese die Grenze. Frankreich ist hier keine Augenweide, geschmacklose Haeuschen saeumen den Weg, spaeter erklimmen wir die letzten Hoehen des Tages in Jouane, einem verblichenen Wintersportort , in dem letzte Buchstaben an den Haeuserfassaden besseren Zeiten nachtrauern. Wir sind in Frankreich im Hochjura angekommen.
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Mit Vollgas durchs Mittelland
Juli 3rd, 2008 · No Comments
Es war eine Irrehitze, schon am Morgen. Wir verbrachten gleich eine lange Pause nach wenigen Kilometern an einem Spielplatz. Dann jonglierten wir unseren Konvoi durch geschmacklose Neureichensiedlungen hinunter nach Bremgarten wo wir ein schoenes Mittagsplaetzchen an der Reuss fanden. Juri stand bald die ganze Zeit in einem Trinkbrunnen, die Hauptattraktion war es aber dann diesen mit einem Schlauchstueck mit Unterdruck leer zu saugen. Wir umfuhren einige Huegel bis wir dann nach Seengen zum Hallwilersee gelangten.
Ein fantastischer Schlafplatz an einer Badi an der Aa liess uns den Tag beschliessen. Mitten in der Nacht wurden auf einmal aus dem Schlaf von lautem Stimmengewirr gerissen. Nachdem sich alle Anwesenden sich ueber unser Nachtlager - wir zogen den grossen Unterstand dem Zelt vor - in ihrem Scheinwerferlicht belustigt hatten, feierten sie unter lautem Geschrei den letzten Schultag - gegen 1h war der Spuk dann endlich vorbei. Wir muessen noch klarer verinnerlichen:an schoenen leicht zugaenglichen Plaetzen finden auch andere Gefallen.
Wir zogen los gegen und unterzogen uns einer ersten Pruefung: ein Dreizack. Damit bezeichnet die Veloland Schweiz Karte SEHR steile Steigungen. Zu allem Ueberdruss fuehlten sich Juri und Lenya beide so muede, dass ich mit Gepaeck und ihnen wohl an die 60kg auf der Zugstange hatte. Es war hart. Immer wieder drohte mein Vorderrad den Kontakt zum Boden verlieren, die einseitige Aufhaengung des Anhaengers an der Hinterradnabe versuchte mich immer wieder aus dem Gleichgewicht werfen. Aber ich wollte es schaffen, schieben haette ich die Last erdt recht koennen. Nach 100 Hoehenmetern Qual war ich stolz und forderte meine Scheibenbremsen auf der Abfahrt heraus. Auf traumhaften Radwegen rollten wir nach Aarau, das bei ueber 30 Grad bald dahin schmolz.
Ein Radhaendler nahm sich Angelas Hinterrad an, das trotz meiner mehrmaligen Bemuehungen immer wieder zu einem Seitenschlag fand. Viel aufwaender war dann aber der Wechsel des abgefahrenen Kettenblattes. Sinnigerweise ist bei Fahrraedern nix genormt, was Murphy erlaubt, gnadenlos zu zuschlagen: des Haendlers Kettenblatt passte nicht auf die Kurbel, des Haendlers Kurbel schleifte am Rahmen. Also musste noch ein neues Tretlager her, dann ging es und 2h bangen Wartens waren verstrichen. Fuer Juri war der Einblick in die Werkstatt derweil ein Freudenfest.
Trotz meiner Bergpruefung entschieden wir uns fuer den Aareweg statt des Juras - machen wir spaeter mal, jetzt wollen wir ja erst ans Meer.
Langweilig finden wir alle so Flussfahrten, haesslich ist es in der Gegend um Olten obendrein. Aus verschiedensten Flurwegen, Schotterwegen, Nebenstrassen wurde die immerhin gut beschilderte Velonationalroute zusammengeflickt. Endlich in Olten ueberaschte uns ein netter Stadtkern, gerade richtig fuer eine Eispause.
Wir bewegten uns nun etwas unsicherer im Strassenverkehr, nachdem uns der Radhaendler auf unseren Strassenverkehrsrechtsverstoss aufmerksam gemacht hat: zwei Anhaenger hintereinander gat noed. Da wollen wir mal weiterhin hoffen, das andere Verbrechen mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen…
Nach einer endlich wieder ruhigen und idealen Nacht weckt uns ein kuehlerer Morgen. Wir fahren in leichtem Niesel los. Nicht so schoen, aber nach der Hitze gut ertraeglich. Schnell gleiten wir durchs flache Gelaende, durchstreifen Solothurn und finden uns an einem geschuetzten Fleckchen an der Aare wieder. Fast perfekt, nur etwas waermer koennte es auf einmal sein. Lenya genoss die Fahrt imm Sitz hinter Mamas Lenker, Juri nahm die meiste Zeit auf seinem Velo Platz.
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Grossartiger Start
Juli 1st, 2008 · No Comments
*** achtung tippfehler ab sofort alles vom handy ***
Wie schon angedeutet war unser Start etwas ueberhastet. Ich musste noch mehr Ketten und Zahnkraenze austauschen als mir lieb war, so dass mir die Zeit fuer das korrekte einrichten der Website fehlte…wird nachgeholt!
Unsere lieben Nachbarn bereiteten uns einen herzzerreissenden Abschied: sie wunken, fotografierten, schoben uns an…lieben Dank Ruth. Urs, Martina, Uma, Monica, Marc, Luisa und Daniela.
Im Feierabendverkehr Zurichs erntete unser Konvoi teils Verwunderung, Erstaunen, aber auch Verachtung, wenn man unseren 10m Zug nicht so schnell ueberholen konnte. Beim Aufstieg zum Triemli und spaeter Waldegg stand uns richtig der Schweiss im Gesicht. Ich will es gar nicht wissen, aber beide Anhaenger - Juri schlief auch noch im Anhaenger - kommen sicher auf 40kg. Wie locker da der Herr auf seinem eFlyer vorbeizog…
In Waldegg genossen wir ein Eis (Glace) und fuhren weiter ins Reppischtal. Juri war halb begeistert, halb veraengstigt von den Soldaten und den Panzerschildern. Wir fanden einen ruhigen idyllisch gelegenen Platz an einem Grillplatz. Juri spielte mit Holz und Steinen, Angela und ich freuten uns ueber unseren Duschsack. Fantastischer Start, der Urlaub (Ferien) hatte begonnen.
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51 Stunden in zwei Monaten
Juni 30th, 2008 · No Comments
Hallo,
in wenigen Minuten ist es soweit: was musste noch alles an den Raedern geflickt, in die Taschen gepackt, und in der Wohnung geputzt werden. Doch, alles fertig, wir brechen auf…wahrscheinlich werden wir’s grad mal auf die andere Seite der Stadt schaffen.
So, wir muessen los - laut TomTom sind’s nur 51h, wir lassen uns zwei Monate Zeit.
bis bald
Florian, Angela, Juri, Lenya
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Zurich - Bordeaux: Wieso, weshalb, warum?
Juni 20th, 2008 · No Comments
Schon seit langem reizte es mich mal wieder auf grosse Reise zu gehen. Mittlerweile lang ist es her, da war ich mit dem Rad in Korsika, Israel/Palaestina/Jordanien, Island und Andalusien. Eigentlich wollte ich nach dem Diplom auf grosse Tour, doch da kam gleich die Diss, immerhin konnte ich zwei Monate rausschlagen, so dass ich nach Kirgistan kam. Schliesslich plante ich eine grosse Tour nach der Diss doch war da grad der erste Sohn geboren.
Nun ist es soweit alles zu kombinieren: Die ganze Familie auf Tour!
Lange haben wir Atlanten gewaelzt: nochmal Kirgistan, nein Kyrgyzstan Airlines hat keine Landegenehmigung mehr in der EU - vielleicht besser so;). Baltikum war uns zu weitlaeufig, Deutschland waere witzig gewesen, doch vom Wetter her zu unsicher, Italien kennen wir schon gut.
Wir entschieden uns fuer Westen, Zuerich - Bordeaux, rund tausend Kilometer. Oh Mann, beim Kartenstudium wurde mir erst bewusst, wie huegelig die Strecke ist - aber so soll es sein.
Schon witzig die Reaktionen, wenn ich unsere Vorhaben kund tue:
1. “Ah, nach Frankreich, schoen, mit Mietwagen oder Wohnmobile is das wirklich schoen!”
2. “Mit’m Fahrrad, naja hast ja Zeit, da schafft man ja so 100km am Tag locker?”
3. “Mit Familie!? Und was sagt Deine Frau dazu?”
4. “Gibt auch ganz gute Hotels in Frankreich und der Wein…”
5. “Ihr seit echt verrueckt!”
Wir sind Mitte Juni zu einer ersten Testtour aufgebrochen: Zurich-Witikon -> Pfaeffikersee. Hat gut geklappt und gab auch schon einen guten Einblick in die eigentlichen Herausforderungen neben dem Radeln: Juri hat in den Schlafsack gebiselt und Lenya hat ihren Mageninhalt dazu gekippt. Bei unserer ersten laengeren Steigung (300 Hoehenmeter) sass dann Juri quietschvergnuegt auf seinem “Abschlepper” und provozierte seine Mutter nach jeder halben Kurbelumdrehung: “Soll ich treten oder nicht?”
Das Ultimatum laeuft: unsere Wohnung ist erfolgreich zwischen vermietet, in 10 Tagen muessen wir raus und los geht’s! Und von da an werden wir (hoffentlich) immer staerker…
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